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2/11/2009

Eine Wagenladung Krach

Oh lala, lang nix mehr von meiner Seite aus zu lesen gewesen. Man möge es entschuldigen. Dafür heute in zwei Schüben zunächst einmal ein Statusbericht von der Krachbasis und später noch ein eher hypelastiger von der Binärcode-Front. Damit sich hier jetzt keiner über mangelnde Abwechslung beschweren kann.

Dann mal ab die Post.




























Zwecks Nicht-Abschreckens der verweichlichten Leserschaft folgen nun zunächst: Battle!
Made in the USA, straight nach vorne gehend und immer schön zwischen melancholisch (manchmal) und aufbauend-positiv (oft) pendelnd haben die Jungs mit "In Remission" annon 2008 ein formidables Debütalbum abgeliefert und dürften auch live "abgehen wie ein Kampfhund auf dem Kinderspielplatz". Möglichkeiten, sich hiervon zu überzeugen gibt es im März, wenn die Band zusammen mit den kanadischen Grave Maker auf ausgedehnte Europatour geht. Vorbeigucken angesagt, wenn nicht sogar Pflicht.

Reinhören!



























Nummer zwei im Bunde sind heute LoFi Inferno aus München. Nicht vom Bandnamen irritieren lassen. LoFi ist hier gar nichts, dafür jedoch angenehm passioniert und abwechslungsreich gespielt. Getextet wird auf Deutsch, angesungen und -geschrien gegen die Momente der Resignation und alles, was sonst noch eher scheiße ist. Tolle Sache, könnten noch einiges reißen. Das Debütalbum "Unter Wölfen" ist auf dem Weg und weiß definitiv zu überzeugen. Weiter so!

Reinhören!
















So, Hardcore-Phase überstanden, jetzt gibt's was für echte Männer. Tombs sind auf Relapse gesignt, was ja an und für sich und sowieso schonmal jeden Krachliebhaber zumindest zum Reinhören verführen sollte. Da ich mit dieser Meinung vielleicht doch etwas alleine da stehe jetzt nochmal die eindringliche Bitte: Hört und kauft "Winter Hours". Ein Wahnsinnsalbum. Der nahezu perfekte Mix aus Mastodon, Kylesa und Celtic Frost. Heißt: Dreckiger Rock trifft auf Crustpunk und Black Metal. Riffwände werden am laufenden Band aufgebaut um schnurstraks wieder eingerissen zu werden. Monumental und essenziell. Auch hier: da geht noch einiges!

Reinhören!





















Achtung, jetzt wirds noch zweimal richtig wild. Zunächst: Neuropathia aus Polen.
Machen: wilden punklastigen Grindcore mit Liebe zu obskuren B-Movies und heftigsten Riffs.
Ergibt: Eine Wagenladung Adrenalin nicht nur für den Hausgebrauch. Nachzuhören auf den angenehm subtil betitelten Scheiben "Satan Is A Cunt" und "Satan Owns Your Stereo". Neben Antigama vermutlich derzeit das Beste, was die osteuropäische Grindcore-Szene zu bieten hat. Ach fuck it: Neben Antigama vermutlich derzeit das Beste, was die gesamte europäische Grindcore-Szene zu bieten hat.

Reinhören!























Und zum Abschluß nochmal Grindcore. Meine derzeitige Lieblingsband dieser Sparte, Magrudergrind, haben schonmal zwei Hörproben ihres im Sommer erscheinenden Willowtip-Debüts auf ihre Myspace-Seite gestellt, die das wohl famoseste Geprügel seit... ja, seit ihrem letzten Album versprechen. Ganz wild, ganz toll und neuerdings mit Nasum-Gedächtnisvocals versehen. Trotzdem immer noch unüberhörbar Magrudergrind. Yeeha!

Reinhören!

2/03/2009

Beta Satan




Jaja, sonderlich angenehm scheinen die dänischen Jungs von Beta Satan ja nicht zu sein, wenn man sich ansieht, wie non-chalant sie sich auf ihrer Myspace-Seite äußern.

We don't want to know your name. We don't want to know who you really are. We don't want to hear what you have to say. Your mediocre existence has no appeal to us. Keep your lack of talent to yourself. Nothing you have to offer could ever have any interest to us. We don't care about you and we don't know anybody that does. We don't need new friends.

Das Tolle daran: die können sich das leisten. Warum? Ganz einfach. Songs wie "666" oder "What's The Point" schreiben, all den Möchtegern-Rockbands dieser Tage zeigen, wie man wirklich nach dicken Eiern und ordentlich Alkohol im Gepäck klingt und schon ist die Sache gegessen. File under: Tanzbarer Noise-Rock mit der Energie einer Wagenladung Red Bull gratis! Klasse Sache, das!

Reinhören!

1/27/2009

Oh No, It's Birds




Oh No, It's Birds kommen aus Roseburg, Oregon. Nicht, dass das irgendwie von großer Bedeutung wäre, aber erwähnen wollte ich es dennoch mal.
Jedenfalls, und das ist viel wichtiger, sind Oh No, It's Birds frech. Wie jede gute neue Band auch haben sie nämlich ein Myspace-Profil und auf diesem Myspace-Profil befinden sich naturgemäß ja auch Angaben ihrer Einflüsse. Dort finden sich bei ihnen solch tolle Bands wie die Beatles, Hot Cross oder auch At The Drive-In. Das ist lobenswert. Nur: es ist eine andere Band, an die man schon nach ungefähr 1,4867 Sekunden denken muss, wenn "Electric Church" zur völligen Sprengung der Synapsen des Hörers ansetzt. Zu diesem offensichtlichsten aller Einflüsse findet sich auf der Myspace-Seite selbst absolut kein Hinweis, was man jetzt wahlweise als wohlwissentliche, vorsorgliche Vortäuschung falscher Tatsachen sehen kann oder einfach nur als dreist.
Schämen braucht sich das Trio (noch so eine Analogie...) für ihre Musik jedenfalls keinstenfalls. Die drei blutjung aussehenden Herren beherrschen ihre Instrumente und schreiben verwirrende, aber dennoch ausgeklügelte Songs mit ordentlich Hummeln im Hintern. Also genau der richtige Kram, um mal wieder gepflegt den Kopf gegen die nächstbeste Tischkante zu hämmern und auch noch Spaß dabei zu haben.

Reinhören!

P.S.: Wer zuerst den angesprochenen Einfluss erkennt und als Kommentar postet bekommt ein Fleißkärtchen.

P.P.S.: Danke an Rick für den freundlichen Hinweis.